Elterngeld soll das Einkommen ersetzen, das wegfällt, wenn man nach der Geburt kürzertritt. Klingt simpel, hat aber ein paar Stellen, an denen sich mit etwas Planung mehr herausholen lässt. Fangen wir mit der Grundmechanik an.
65 Prozent, aber wovon?
Das Basiselterngeld ersetzt grob 65 Prozent des Nettoeinkommens, das vor der Geburt wegfällt. Nach unten ist es bei 300 Euro gedeckelt, nach oben bei 1.800 Euro. Wer wenig verdient hat, bekommt einen höheren Prozentsatz erstattet, bis hinauf zu 100 Prozent bei sehr niedrigen Einkommen. Diese soziale Staffelung wird gern übersehen.
Entscheidend ist der Durchschnitt der zwölf Monate vor dem Mutterschutz. Genau hier liegt ein Hebel, über den kaum jemand nachdenkt.
Die Steuerklasse Monate vorher planen
Weil das Netto die Grundlage bildet, wirkt die Steuerklasse direkt auf das Elterngeld. Wechselt der Elternteil, der später zu Hause bleibt, rechtzeitig in eine günstigere Steuerklasse, steigt das maßgebliche Nettoeinkommen, und damit das Elterngeld. Wichtig ist das Timing: Der Wechsel muss lange genug vor der Geburt wirksam sein, sonst zählt er im Durchschnitt kaum. Wer erst im Mutterschutz daran denkt, ist zu spät dran.
Basiselterngeld oder ElterngeldPlus?
Hier gibt es keine allgemein richtige Antwort, sondern zwei Modelle für zwei Lebenssituationen:
- Basiselterngeld zahlt den vollen Monatsbetrag, dafür maximal 12 Monate (plus 2 Partnermonate). Passt, wenn man in dieser Zeit gar nicht oder kaum arbeitet.
- ElterngeldPlus halbiert den Betrag, streckt ihn aber auf die doppelte Zeit. Der Clou: Wer nebenbei in Teilzeit arbeitet, verliert dadurch weniger, weil das Teilzeiteinkommen nicht so stark gegengerechnet wird.
Beide Varianten lassen sich sogar mischen. Viele Familien starten mit Basiselterngeld und hängen ElterngeldPlus-Monate an, wenn ein Elternteil wieder stundenweise einsteigt.
Die Partnermonate nicht verschenken
Nehmen beide Eltern einen Teil der Auszeit, gibt es zwei zusätzliche Monate obendrauf. Bleibt dagegen nur einer zu Hause, verfallen sie ersatzlos. Das ist bares Geld, das schlicht liegen bleibt, wenn man nicht plant.
Mein Rat
Rechnen Sie früh, am besten schon in der Schwangerschaft. Zwei Dinge entscheiden am meisten: die richtige Steuerklasse zur richtigen Zeit und die Wahl zwischen Basis und Plus. Der Rechner zeigt Ihnen die Größenordnung, für die verbindliche Bewilligung ist die Elterngeldstelle zuständig.