Einmal im Jahr flattert die Abrechnung ins Haus, und meistens schaut man nur auf die eine Zahl unten rechts. Dabei lohnt sich der Blick auf die Bestandteile, denn an genau zwei Stellschrauben lässt sich drehen, und nur eine davon haben Sie selbst in der Hand.
Zwei Preise, ein Betrag
Ihre Rechnung besteht aus dem Arbeitspreis und dem Grundpreis. Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet und hängt damit direkt daran, wie viel Strom Sie ziehen. Der Grundpreis ist eine feste Jahresgebühr, die anfällt, egal ob Sie viel oder wenig verbrauchen. Die Rechnung dahinter ist simpel: Verbrauch mal Arbeitspreis, plus Grundpreis. Daran sieht man auch schon, wo der eigene Einfluss liegt, nämlich beim Verbrauch.
Wo der Strom wirklich hingeht
Bevor Sie an tausend kleinen Stellen sparen, lohnt der Blick auf die großen Verbraucher. Alles, was Wärme mit Strom erzeugt, ist teuer: elektrische Heizungen und alte Durchlauferhitzer stehen ganz oben. Danach kommen die Dauerläufer, also Kühl- und Gefriergeräte, die rund um die Uhr laufen. Wäschetrockner und betagte Waschmaschinen ziehen ebenfalls kräftig. Und schließlich der Standby-Verbrauch, der einzeln lächerlich wirkt, in Summe über alle Geräte aber überrascht.
Was sich konkret rechnet
Ein paar Maßnahmen bringen mehr als ihr Aufwand vermuten lässt. Schaltbare Steckdosenleisten machen dem Standby ein Ende und sparen oft 50 bis 100 Euro im Jahr. Der Umstieg auf LED senkt den Strombedarf fürs Licht um bis zu 90 Prozent. Wäsche wird bei 30 bis 40 Grad genauso sauber wie bei 60 und trocknet an der Luft zum Nulltarif. Beim Kühlschrank reichen 7 Grad, im Gefrierfach minus 18: Jedes Grad kälter kostet unnötig extra. Und wenn ohnehin ein Gerät ausgetauscht wird, zahlt sich ein sparsamer Kühlschrank über die Jahre von selbst.
Erst messen, dann sparen
Der wichtigste Schritt kommt zuerst: Schauen Sie auf Ihre letzte Abrechnung und notieren Sie den Jahresverbrauch. Ohne diese Zahl tappen Sie im Dunkeln. Mit ihr können Sie im Rechner durchspielen, was welcher Schritt bringt. Was macht ein um 500 Kilowattstunden niedrigerer Verbrauch aus? Und was ein Tarif, der zwei Cent günstiger pro Kilowattstunde ist? Oft ist die Kombination aus beidem der eigentliche Gewinn: ein besserer Vertrag und ein bewussterer Umgang mit den paar großen Verbrauchern im Haus.