Die Monatsrate ist das Erste, worauf die meisten schauen. Verständlich, denn sie muss ins Budget passen. Nur sagt sie erstaunlich wenig darüber aus, ob ein Kredit teuer oder günstig ist. Zwei Angebote mit jeweils 250 Euro im Monat können sich am Ende um einen vierstelligen Betrag unterscheiden, je nachdem, wie lange man zahlt und was die Bank an Zinsen ansetzt.
Sollzins ist nicht gleich Effektivzins
Der Sollzins ist der reine Preis für das geliehene Geld. Er wird auf die jeweils offene Restschuld berechnet, nicht auf die gesamte Kreditsumme. Deshalb sinkt der Zinsanteil in der Rate mit jedem Monat, während der Tilgungsanteil wächst.
Der Effektivzins geht einen Schritt weiter. In ihm stecken auch Bearbeitungsgebühren, der Abrechnungsrhythmus und andere Nebenkosten. Genau deshalb ist er die ehrlichere Zahl. Wenn Sie Angebote vergleichen, dann bitte Effektivzins gegen Effektivzins, alles andere führt in die Irre.
Ein kurzes Rechenbeispiel
Nehmen wir 10.000 Euro zu 6 Prozent Effektivzins. Bei einer Laufzeit von drei Jahren zahlen Sie rund 950 Euro Zinsen. Strecken Sie dieselbe Summe auf sechs Jahre, halbiert sich zwar fast die Monatsrate, die Zinskosten steigen aber auf grob 1.900 Euro. Sie leihen sich also länger, und dafür zahlen Sie.
Die Faustregel dahinter ist unspektakulär, aber sie stimmt: Je länger ein Kredit läuft, desto teurer wird er insgesamt, auch wenn er sich Monat für Monat leichter anfühlt.
Worauf ich vor dem Abschluss achten würde
Ein niedriger Zins ist gut, aber er ist nicht alles. Ein paar Punkte entscheiden mit darüber, ob ein Kredit später Ärger macht:
- Sondertilgung möglich? Wer zwischendurch etwas Luft hat, will die Schuld schneller loswerden dürfen, idealerweise ohne Zusatzkosten.
- Restschuldversicherung. Sie wird gern mitverkauft, treibt den Preis aber spürbar hoch und ist längst nicht für jeden sinnvoll.
- Bonitätsabhängige Zinsen. Der beworbene Zins gilt oft nur für Kunden mit Top-Bonität. Ihr persönliches Angebot kann höher ausfallen.
Unterm Strich
Ein Kredit kostet genau so viel, wie Zinssatz und Laufzeit zusammen ergeben, die Monatsrate verschleiert das eher, als dass sie es zeigt. Rechnen Sie ruhig ein paar Varianten durch, bevor Sie unterschreiben. Meistens merkt man schnell, dass eine etwas höhere Rate über die gesamte Laufzeit viel Geld spart.